{"id":3920,"date":"2026-02-10T14:24:39","date_gmt":"2026-02-10T13:24:39","guid":{"rendered":"https:\/\/mid-century-design.com\/freischwinger-geschichte-und-hauptmerkmalethe\/"},"modified":"2026-02-18T05:37:35","modified_gmt":"2026-02-18T04:37:35","slug":"freischwinger-geschichte-und-hauptmerkmale","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mid-century-design.com\/de\/freischwinger-geschichte-und-hauptmerkmale\/","title":{"rendered":"Der Freischwinger &#8211; Geschichte und Hauptmerkmale"},"content":{"rendered":"\n<p>Laut Wikipedia Definition ein Freischwinger ist ein Stuhl ohne Hinterbeine, dessen Sitzfl\u00e4che unter dem Gewicht einer Person federnd nachgibt &#8211; \u201eschwingt\u201c.<\/p>\n\n<p>Ein Kragstuhl (von kragen = \u00fcberstehen; englische Bezeichnung: cantilever chair &#8211; freitragender Stuhl) ist ein Stuhl ohne Hinterbeine, der wegen seiner starren Konstruktion diesen federnden Sitz nicht hat. Der Freischwinger ist demnach eine Variante des Kragstuhls. <\/p>\n\n<p>Zur Erfinder Sitzgelegenheiten dieser Art z\u00e4hlen Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe und Mart Stam, die ihre Modelle in Jahren 1925 und 1926 erstmals pr\u00e4sentierten.<br\/>Die Urheberschaft l\u00e4sst sich schwer objektiv zu ermitteln. Nach diversen Prozessen zur Frage der Urheberschaft am Freischwinger wurde im 1932 die k\u00fcnstlerische Urheberschaft Mart Stam bzw. Anton Lorenz als Inhaber der Rechte von Mart Stam durch Deutschen Reichsgericht zugesprochen.<br\/>Mies van der Rohe hatte 1926 f\u00fcr seine Variante des Freischwingers, den MR 20, noch vor der \u00f6ffentlichen Pr\u00e4sentation des Stam-Stuhles ein Patent angemeldet, den er sp\u00e4ter auch erfolgreich verteidigt hat.<br\/>Ein Anteil Marcel Breuers an der Urheberschaft des Freischwingers wurde von den Gerichten zwar abgewiesen, ist unter Kunsthistorikern jedoch immer noch umstritten. So f\u00fchrt das Metropolitan Museum in New York Marcel Breuer, als Erfinder des Freischwingers.  <\/p>\n\n<p>Au\u00dfer o.g. geistlichen V\u00e4ter des Freischwingers gab es auch andere Designer, um nur wesentlichen zu erw\u00e4hnen: <br\/>Alvar Aalto (1898 \u2013 1976), Finnland<br\/>Willem Hendrik Gispen (1890 &#8211; 1981), Niederlanden<br\/>Jind\u0159ich Halabala (1903-1978) Tschechoslowakei<br\/>Anton Lorenz (1861 \u2013 1964) Ungarn, Deutschland, USA<br\/>Verner Panton (1926 \u2013 1998), D\u00e4nemark<br\/>Ladislav \u017d\u00e1k (1900-1973) Tschechoslowakei<\/p>\n\n<p>Die Hauptproduzenten sind bzw. waren:<br\/>Artek, Finland<br\/>Desta (Deutsche Stahlm\u00f6bel) Berlin, Deutschland \u2013 1929-37<br\/>Hynek Gottwald, Tschechoslowakei \u2013 bis 1948 (Nachfolger Kovona n.p.) <br\/>Knoll Int.<br\/>Kovona n.p., Tschechoslowakei, 1948-1952<br\/>L. &amp; C. Arnold Schorndorf bei Stuttgart, Deutschland<br\/>Mauser, Deutschland<br\/>M\u00fccke-Melder, Tschechoslowakei \u2013 bis 1948 (Nachfolger Kovona n.p.)<br\/>Robert Slez\u00e1k, Tschechoslowakei, Tschechien<br\/>Standard M\u00f6bel, Berlin, Deutschland \u2013 1927-29<br\/>Thonet, Deutschland <br\/>UP z\u00e1vody (Spojen\u00e9 um\u011bleckopr\u016fmyslov\u00e9 z\u00e1vody v Brn\u011b), Tschechoslowakei, 1921 &#8211; 1948<br\/>Willem H. Gispen Fabrik voor Metaalbewerking, Holland<\/p>\n\n<p>Viele Modelle wurden von verschiedenen Herstellern unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten, so schon im Jahr 1929 wurden L33 und ST 12, bzw. L34 und SS32 bei Thonet und bei<br\/>DESTA hergestellt und ab 1931 als Modell 104 von Willem H. Gispen produziert.<br\/>So formuliert die Wissenschaft (Jan van Geest, Otakar M\u00e1\u010del. STUHLE AUS STAHL Metallm\u00f6bel 1925-1940. Verlag K\u00f6nig, K\u00f6ln 1980) der Status quo:<br\/>\u201eDie Beschreibungen und Datierungen industrieller Produkte sind schwierig.<br\/>Da es sich in den meisten F\u00e4llen um Multiples handelt, wird der Zuschreibung und Datierung des &#8218;Concetto&#8216; viel Aufmerksamkeit geschenkt. Aber gerade der immaterielle Charakter der Entw\u00fcrfe zwingt den Historiker zu Vermutungen und Hypothesen.<br\/>Abweichungen von den Prototypen sind oft mehr vom Zufall und von betriebs\u00f6konomischen \u00dcberlegungen als von der bewussten Gestaltung eines Stuhlmodells abh\u00e4ngig.\u201c <\/p>\n\n<p>Die bekanntesten Modelle sind u.a.:<br\/>Freischwinger-Stuhl MR 10\/20 von Thonet<br\/>Designer: Ludwig Mies van der Rohe<\/p>\n\n<p>Freischwinger-Sessel S411 von Thonet.<br\/>Wurde auch unter Lizenz als FN 24 bei M\u00fccke-Melder, EK34 bei Hynek Gottwald sp\u00e4ter Kovona, K29 bei Robert Slez\u00e1k, K411 bei W. Knoll hergestellt.<br\/>Designer: Thonet, Willem H. Gispen<\/p>\n\n<p>Freischwinger FAMOS FN 21 von M\u00fccke-Melder, Kovona<br\/>Designer: Anton Lorenz<\/p>\n\n<p>Freischwinger Model 412 von Willem H. Gispen<br\/>Designer: Willem H. Gispen<\/p>\n\n<p>Freischwinger RS7 von Mauser Werke Waldeck<\/p>\n\n<p>Sessel Barcelona<br\/>Designer: Ludwig Mies van der Rohe<\/p>\n\n<p>Freischwinger H-91 von UP z\u00e1vody<br\/>Designer: Jind\u0159ich Halabala<\/p>\n\n<p>LC1<br\/>Designer: Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand<\/p>\n\n<p>Stuhl Ceska &#8211; B32 <br\/>Designer: Marcel Breuer<\/p>\n\n<p>Sessel Wassily &#8211; B3<br\/>Designer: Marcel Breuer<\/p>\n\n<p>Obwohl eine Reihe von Sesseln noch heute produziert sind, mit dem Erwerb vom Vintage Stahlrohrsessel, erwerben Sie ein St\u00fcck Geschichte mit dem Charme der Patina der Zeit.<br\/>Da bei uns nur (mit wenige Ausnahmen) vollst\u00e4ndig restaurierte M\u00f6bel angeboten wird \u2013 Schaumstoff und Polsterung neu, Federkern erneut, Holz geschliffen und lackiert, Stahlrohre industriell gereinigt und chromiert \u2013 erwerben Sie einen Vintage-Sessel fast wie neu, qualitativ und g\u00fcnstig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Wikipedia Definition ein Freischwinger ist ein Stuhl ohne Hinterbeine, dessen Sitzfl\u00e4che unter dem Gewicht einer Person federnd nachgibt &#8211; \u201eschwingt\u201c. 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